Neuregelung des Unterhaltsvorschussgesetzes (UVG)

Mehr Geld für alleinerziehende Eltern

Nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UVG) haben Kinder von alleinerziehenden Müttern oder Vätern Anspruch auf staatliche Unterstützung, wenn der andere Elternteil keinen oder nur unzureichenden Unterhalt zahlt und dadurch der Mindestunterhalt des Kindes nicht gewährleistet ist. Bislang wurde der Vorschuss nur für maximal 6 Jahre und längstens bis zum 12. Geburtstag der betroffenen Kinder gezahlt. Mit der Neuregelung ist die Begrenzung der Höchstbezugsdauer entfallen. Zudem wurde die Ungleichbehandlung älterer Kinder beseitigt. So können rückwirkend seit dem 01.07.2017 auch Kinder zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr einen Unterhaltsvorschuss erhalten. Allerdings mit zwei Einschränkungen:

Die betroffenen Kinder dürfen selbst kein Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) beziehen. Befindet sich der alleinerziehende Elternteil im ALG II-Bezug, muss dieser abzgl. Kindergeld und der Absetzbeträge nach § 11 B SGB mindestens 600 € brutto verdienen. Bei Kindern unter 12 Jahren spielt das Einkommen des alleinerziehenden Elternteils für den Unterhaltsvorschuss weiterhin keine Rolle.

Die Neuregelungen gelten auch für hier wohnhafte Kinder aus Mitgliedstaaten der EU, EWG und der Schweiz. Andere ausländische Kinder haben einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss, wenn das Kind bzw. der alleinerziehende Elternteil eine Niederlassungserlaubnis oder eine Aufenthaltserlaubnis besitzt, die zur Erwerbstätigkeit berechtigt oder berechtigt hat.

Aktuell beträgt der Unterhaltsvorschuss für Kinder bis 5 Jahre 150,00 €, im Alter von 6 bis 11 Jahren 201,00 € sowie für Kinder von 12 bis 17 Jahren 268,00 €, wobei ein etwaiges Einkommen in der dritten Altersgruppe den Unterhaltsvorschuss entsprechend mindern würde.

Nach Berechnungen des Bundesfamilienministeriums könnten bis zu 100.000 Kinder von der Gesetzesänderung profitieren. Lassen Sie sich daher beraten, um keine möglichen Leistungen zu verschenken. Der Vorschuss kann rückwirkend noch für den Monat vor Antragsstellung gezahlt werden.

Veröffentlicht am: 10.10.2018