Raus aus den Schulden:

Überschuldung im Dialog und außergerichtlich lösen

Sie leben in geordneten Verhältnissen, haben einen Arbeitsplatz … bis dann der Arbeitgeber Stellen streicht und Ihnen unerwartet kündigt. Mangels regelmäßigem Geldeingang können die monatlichen Rechnungen, die vorher kein Problem waren, nicht mehr gezahlt werden. Die alten Rechnungen und die neuen Verbindlichkeiten entwickeln sich zu einer Lawine. Täglich landen neue Rechnungen im Briefkasten … und Mahnungen für die alten Rechnungen.

Seit Jahren können immer mehr Menschen in Deutschland Ihre Rechnungen nicht zahlen, die Überschuldungsproblematik wächst. Viele Haushalte in Deutschland sind verschuldet, über 6,8 Millionen gelten als überschuldet – das ist jeder Zehnte! Durchschnittlich hat jeder der Betroffenen Schulden in Höhe von über 30.000 €, und das monatliche Einkommen reicht nicht mehr aus, um Lebenshaltungskosten, Raten und Rechnungen zu decken. Die meisten Schuldner sind zwischen 30 und 40 Jahre alt – das sind ca. 2 Millionen der knapp 7 Millionen Personen.

Gründe, um in die Schuldenfalle zu gelangen, sind

  • an erster Stelle Arbeitslosigkeit (19 %), danach
  • Erkrankung, Sucht, Unfall (15 %), Scheidung oder Tod des Partners (14 %), nur
  • 11 % unwirtschaftliche Hausführung,
  • langfristiges Niedrigeinkommen (7 %),
  • andere Gründe (34 %).

Die größte Gefahr lauert in der plötzlichen Arbeitslosigkeit, die jeden unverhofft treffen kann – sowohl Angestellte als auch Selbstständige.

Vermeiden Sie „Notkredite“!

Haben Sie das Gefühl, in der „Schuldenfalle“ zu sein, dann nehmen Sie keine neuen Kredite auf oder leihen sich Geld. Dies ist nur dann ein Ausweg, wenn Sie in absehbarer Zeit selbst wieder zu Geld kommen und Ihnen eine kurzfristige (Überbrückungs-)Strategie ausreicht. Andernfalls werden Sie genau das Gegenteil von dem erreichen, was Sie eigentlich wollen und tun sollten. Schließlich wollen Sie die Kontrolle zurückgewinnen und Ihre finanzielle Situation wieder beherrschen, nicht sich tiefer in den Schulden verfangen.

Eine Schuldnerberatung ist immer hilfreich – wenn sie zeitnah erfolgt. Bekommen Sie bei einer Schuldnerberatung erst einen Termin in 2 Monaten, geht bereits wertvolle Zeit verloren.

Auch der beste Schuldenbereinigungsplan nützt nichts, wenn die Gläubiger nicht mitziehen. Kein Gläubiger hat Interesse an einem flexiblen Nullplan, denn der hört sich genau nach dem an, was er in der Regel ist: eine „Nullnummer.“ Warum sollte der Gläubiger also auf seine Forderung verzichten? Ein Gläubiger, der Sie im Zweifel nicht einmal kennt und nichts von Ihrer Situation weiß, ist in der Regel auch nicht bereit, Ihnen seine Leistung, die er ja erbracht hat, kostenlos zu überlassen. Niemand hat etwas zu verschenken.

Erfolgreiche Schuldenbereinigung durch Dialog mit den Gläubigern

Eine erfolgreiche Schuldenbereinigung kann darin liegen, wenn man mit den Gläubigern Vergleiche schließt und tatsächlich Geld fließt. Die Gelder für diese Vergleiche müssen aber (in absehbarer Zeit) vorhanden sein.

Umgang mit Gläubigern erfordert jedoch Erfahrung und gute Kenntnisse über Ihre persönlichen Umstände. Als Berater und Mediator kontaktieren wir Ihre Gläubiger, kommen mit ihnen ins Gespräch – auch mit dem Ziel, Verständnis für Ihre Situation zu wecken. Denn egal, wie Sie zu den Schulden gekommen sind: In der Regel waren Schulden nicht ihr Wunsch und noch weniger wollten Sie den Gläubiger bewusst schädigen. Das muss auch dem Gläubiger deutlich werden – schwierig genug in einer Zeit, in der die Wertschätzung für Mitmenschen kontinuierlich sinkt.

Ziel ist es, mit allen Gläubigern ins Gespräch zu kommen und mit allen einen Vergleich zu schließen. Dabei können diese Vereinbarungen ganz unterschiedlich aussehen. Wichtig ist nur, dass die getroffenen Zusagen auch eingehalten werden und der Gläubiger merkt, dass Sie es ernst meinen.

Privat-Insolvenz: Bevormundung verhindern!

Von den 6,8 Millionen überschuldeten Menschen haben ca. 80.000 in 2017 Ihre Insolvenz erklärt. Diese dauert in der Regel 6 Jahre, die Schuldner haben dann einen Freibetrag, den sie von ihrem Einkommen behalten dürfen. Eine Insolvenz muss aber immer das allerletzte Mittel sein. Insolvenz bedeutet: 6 Jahre lang müssen Sie jede zumutbare Arbeit annehmen, Teile von Ihrem Einkommen und die Hälfte von Ihrem Erbe abgeben und jeden Wohnungs- oder Jobwechsel melden. Deshalb sollten Sie jede Möglichkeit nutzen, diese Bevormundung zu verhindern.

Was können Sie tun? Behalten Sie ständig den Überblick über Ihre Finanzen. Wenn Sie finanzielle Risiken eingehen, überlegen Sie immer einen Plan B. Zu Vermögensvorsorge und zu Anlagestrategien gibt es unzählige Bücher, Tipps und Experten. Wann starten Sie damit? Am besten natürlich, bevor eine der oben beschriebenen Situationen eintritt. 

Denken Sie auch an Ihre Kinder

Fehlt aber die Finanzkompetenz schon im Elternhaus, sind die jungen Erwachsenen, die aus diesen Häusern kommen, noch stärker gefährdet. Das heißt, noch wichtiger als sich selbst vor der Schuldenfalle zu schützen, ist es, Ihre Kinder davor zu schützen. In Deutschland besteht Schulpflicht, doch leider suchen wir auf dem Schulplan das Thema „Erziehung in Finanzangelegenheiten“ vergebens. Mit Konsum wird aber bereits schon jedes Kind im Kindergarten bekannt gemacht. Unterricht in Fragen von Finanzen hingegen finden wir weder auf dem Lehrplan der Haupt- oder Realschule, noch auf dem Gymnasium. Darum: Bereiten Sie Ihre Kinder in diesen Dingen vor. Sie sind in der Pflicht. Die Schule wird es nicht für Sie tun, die Gesellschaft wird es nicht für Sie tun. Ihre Kinder werden der Konsumwelt in ihrer vollen Macht begegnen – Sie müssen Ihre Kinder darauf vorbereiten. Erklären Sie Ihnen rechtzeitig, was die Vor- und Nachteile von Ratenkauf sind, dass man versuchen sollte, mindestens 3 Monatsgehälter anzusparen usw. Aber noch wichtiger ist: Erklären Sie Ihren Kindern den Umgang mit Geld, wie man spart, warum man spart, welche Sparmöglichkeiten es gibt, wo die Gefahren liegen usw. Ein Sparschwein ist nett, aber wenn Ihr Kind etwas älter ist, kaufen Sie ihm eine Aktie und geben Sie ihm einen ersten Überblick über die Finanzmärkte. Wenn Sie selbst nicht firm in diesen Dingen sind, dann machen Sie sich schlau. Schützen Sie sich und Ihre Kinder vor der Schuldenfalle.

Wege aus der Schockstarre

Wenn es dann doch passiert und man plötzlich in der Falle steckt:

Viele Betroffene fallen in eine regelrechte „Schockstarre“ der Überschuldung. Andere überspielen die Krise, doch auch das kann gefährliche Folgen haben. Denn bei einigen Betroffenen trifft im Fall einer Überschuldung das genaue Gegenteil einer Schockstarre ein: Sie versuchen, trotz aller Einschränkungen, Strategien entwickeln, um ihre gesellschaftliche Position zu erhalten. Dies führt gleichzeitig auch dazu, dass Überschuldung in der Mittelschicht eher ein unsichtbares Phänomen ist.

Manche Menschen nehmen dafür große Anstrengungen auf sich, z. B. ergreifen neben dem Beruf noch Nebenjobs, um ihren Lebensstandard halten. Mittelfristig funktioniert diese Strategie meistens nicht und belastet die Betroffenen über Gebühr hinaus. Häufig lassen sich die Schulden nicht abtragen, werden mitgeschliffen und vermehren sich wie Unkraut.

Keine falsche Scham! Wir unterstützen Sie bei dem Weg aus den Schulden.

Wir stehen an Ihrer Seite und helfen konkret. Es ist kein leichter Schritt, über die eigenen Schulden – das gefühlte eigene Versagen – vor einer fremden Person zu sprechen. Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, dass es jeden treffen kann und Scham falsch am Platz ist. Unsere Mandanten kommen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten und Berufen.

  • In unserer Kanzlei berieten wir schon Angestellte von Kreditinstituten, die unter 25 Jahre alt sind und bereits € 50.000 Schulden angehäuft hatten.
  • Ebenso halfen wir Selbständigen, die ein erstes Unternehmen „in den Sand gesetzt“ hatten und einen Neustart versuchen wollten.
  • Wir beraten Menschen, die den Überblick über Ihre Angelegenheiten verloren haben oder durch eine beendete Beziehung, eine Kündigung oder Spielsucht in eine finanzielle Misere geraten sind.

Wichtig ist, dass wir mit Ihnen gemeinsam mit System und Willen an eine Schuldenbereinigung herangehen. Wir treten für Sie mit Ihren Gläubigern in Kontakt und versuchen, außergerichtliche Lösungen zu finden – immer mit dem Ziel, die Insolvenz zu vermeiden und Ihnen einen Neustart zu ermöglichen. Dafür müssen einige Voraussetzungen vorliegen.

Sprechen Sie uns an und wir prüfen, ob wir Ihnen helfen können.


Rechtstipp vom 13.04.2018

Veröffentlicht am: 22.05.2018