Mediation im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen befindet sich seit einigen Jahren in ständiger Veränderung. Dazu tragen neue wissenschaftliche Erkenntnisse, technologischer Fortschritt in der Diagnostik, Entwicklung effizienter Medikamente und Therapien, demographischer Wandel und das Vorgehen zur Kostensenkung als Folge politischer Sparmaßnahmen bei.

Das Gesundheitswesen hat sich zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte der Gegenwart entwickelt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Neben dem Kernbereich des Gesundheitswesens, der primären Arbeit der Ärzte und des medizinischen Personals mit den Patienten, arbeiten viele, unterschiedliche Interessensgruppen zum Wohle der Patienten zusammen. Das sind neben Praxen, Krankenhäusern, Universitätskliniken, Reha-Kliniken, medizinischen Versorgungszentren und Pflegeeinrichtungen auch gesetzliche und private Krankenkassen, kassenärztliche Vereinigungen, Ärztekammern, Forschungsinstitute, Medizintechnik, Pharmaindustrie, Apotheken, Verbände, Regierung mit Gesundheitsministerien, Finanzdienstleister und Banken.

Durch diese unterschiedlichen, strukturellen und funktionellen Einheiten verschiedener Bereiche erkennt man, wie groß und verflochten das Gesundheitssystem ist, wie komplex die potenziellen Konfliktfelder im Gesundheitssektor sind und wie viele Menschen davon betroffen sein können. Zusätzlich schränken die gesetzlichen Vorgaben die Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten ein.

Konflikte im Gesundheitswesen lassen sich in drei Bereiche unterteilen

Gesundheitswesen als Institution

Konfliktfelder des Gesundheitswesens als Institution
Durch Änderung der Standards und Normen kann es zu Veränderungskonflikten kommen, da neue Regeln herausgearbeitet und akzeptiert werden müssen. In diesem klassischen Veränderungsprozess entstehen Spannungen zwischen der bisherigen und der neuen Situation.

Kliniken & Einrichtungen

Konflikte in Krankenhäusern/Kliniken/Reha-Zentren/Pflegeeinrichtungen/Gemeinschaftspraxen:
Hier arbeiten unterschiedliche Berufsstände der Medizin, Pflege, Technik, Versorgung und Verwaltung zum Wohle der Patienten koordiniert miteinander, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Durch diese enge Zusammenarbeit kann es zu Teamkonflikten kommen, und zwar sowohl innerhalb gleichartiger Berufsgruppen als auch in Arbeitsgemeinschaft mit verschiedenen Qualifikationen und Hierarchien.

Patienten

Konfliktfelder der Patienten:
In diesem Bereich kann es zu Konflikten in der Arzt-Patient-Beziehung oder durch die veränderten Kostenübernahmen zwischen Patient und Kostenträger kommen. Bei schwierigen Erkrankungen oder im hohen Alter können Konflikte in der gesamten Familienorganisation entstehen.

Mediation bringt einen hohen Nutzen

Es hat sich gezeigt, dass sich die Konfliktparteien in Anbetracht der Komplexität des Gesundheitssystems oftmals ohnmächtig oder hilflos fühlen. Dies trifft gleichermaßen auf Patienten wie auch auf Ärzte und andere Akteure in diesem System zu. Die aufgrund der Reibungsverluste entstehenden Kosten sind enorm. Den Konflikten im Gesundheitswesen kann eine systematische Konfliktbearbeitung mittels Mediation großen Nutzen bringen und letztlich Geld, Zeit und Nerven aller Beteiligten sparen. Durch eine Klärung von Ansichten und Bedürfnissen und einem angeleiteten Austausch ist die Wahrscheinlichkeit einer gütlichen und zeitnahen Einigung sehr hoch.

Auswirkungen der ungelösten Konflikte und Chancen der Mediation im Gesundheitswesen:

Einige Auswirkungen der ungelösten Konflikte sind eine erhöhte Mitarbeiter-Fluktuation, hohe Krankzeiten, innere Kündigung und weniger teamorientiertes Arbeiten. Die qualitative Personalpolitik für Unternehmen des Gesundheitswesen ist immer bedeutender, da sie künftig, verstärkt durch den demographischen Wandel, noch stärker erfolgsentscheidend ist. Um erfolgreich zu sein ist es notwendig, in allen anderen Betrieben, verstärkt auf Mitarbeiterzufriedenheit, Unternehmensimage, Familienfreundlichkeit und Personalentwicklung zu setzen.

Die Inanspruchnahme eines externen Spezialisten in einem Konfliktfall ermöglicht dem Unternehmen und allen Beteiligten die Erarbeitung fairer und nachhaltiger Lösungsmöglichkeiten, bei denen alle medizinischen, physiologischen, rechtlichen und ethischen Aspekte berücksichtigt werden.

Vor allem im Gesundheitswesen ist eine steigende Zahl ausländischer Mitarbeiter zu verzeichnen. Hier bietet die Mediation auch eine Vermittlung zwischen unterschiedlichen kulturellen Bevölkerungsgruppen, was wiederum eine bessere Integration zur Folge hat.

Die Unternehmen, die auf eine gute Arbeitsatmosphäre achten, werden bei auftretenden Konflikten Mediatoren einsetzen. Mit dieser Art der Konfliktberatung kann eine positive Arbeitsatmosphäre erhalten und Stress gemindert werden. Neben dem Abbau von Reibungsverlusten in Teams oder zwischen Teams gilt es, bewährte Arbeitsabläufe zu sichern und ggf. zu optimieren. Dies zeigt sich in einem verbesserten Arbeitsklima, und die unmittelbar spürbaren Folgen sind vor allem im Bereich der rückläufigen Mitarbeiter-Fluktuation und des Krankenstandes ersichtlich. Die langfristige Wirkung zeigt sich vor allem in einer erhöhten Arbeitgeberattraktivität.

Mediation bietet den Konfliktparteien die Möglichkeit, neue Wege zu gehen, und einer langfristigen finanziellen und zeitlichen Optimierung im eigenen Unternehmen hilft die Mediation vorherrschende Streitkultur signifikant zu verbessern. Allen Beteiligten hilft die Mediation, sich gegenseitig besser zu verstehen, zu akzeptieren und zu respektieren. Die Erfahrungen ermöglichen den Menschen in der Zukunft kompetenter mit neuen Konflikten umzugehen.