Scheidungsmediation/Schlichtung – Wenn die Scheidung eine Starthilfe benötigt

Laut Familienrecht ist eine Mediation- /Schlichtung bei Scheidung möglich. Wenn es zur Trennung kommt und eine Scheidung ansteht, bedeutet dies oftmals eine emotionale Belastung für die Eheleute. Besonders schwierig wird es, wenn minderjährige Kinder im Spiel sind. Ängste und Sorgen aber auch Wut und Unverständnis können dann eine toxische Spirale in Gang bringen, die in einem zeit- und nervenzehrenden Scheidungsverfahren mündet.

Wenn die Eheleute die Gelegenheit verpassen, miteinander zu reden und zu versuchen, eine gemeinsame Lösung zu finden, leiden letztlich alle Beteiligten unter der Situation.

Ein Mediator -/Schlichter kann die Trennung und spätere Scheidung in andere Bahnen lenken. Solange die Ehegatten einen Rest Verständnis und Respekt füreinander aufbringen können, sollte die Möglichkeit der Streitschlichtung durch Mediation unbedingt in Betracht gezogen werden. Im Anschluss kann ein Ehevertrag oder eine Scheidungsfolgenvereinbarung folgen, der Rechtssicherheit bietet.

Was ist eine Mediation/Schlichtung bei Scheidung?

Das Mediationsgesetz (MediationsG) definiert im ersten Absatz des ersten Paragraphen den Vorgang einer Mediation wie folgt:

Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben.

Die “einvernehmliche Beilegung” eines Konflikts bezieht sich also nicht nur auf die Scheidungsmediation. Ein Mediator- / Schlichter kann juristische Streits in sämtlichen Bereichen zu schlichten versuchen. Ziel ist es stets, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen


Bei der Beratung einer Scheidungsmediation -/ Schlichtung geht es nicht selten um die Aufteilung von Vermögenswerten. Im Falle einer Scheidung sind laut Familienrecht bekanntermaßen einige Folgesachen zu klären. Oft geht es dabei um Vermögenswerte. Doch auch das Umgangsrecht für gemeinsame Kinder liegt den Ehegatten oft am Herzen.

Oftmals werden bei einer streitigen Scheidung Unterhaltszahlungen zurückgehalten und Kinder trotz gemeinsamen Sorgerechts vorenthalten. Auf diese Weise leiden beide Parteien und der Umgang miteinander wird durch den Versuch geprägt, dem anderen zu schaden.

Während es auf gerichtlichem Wege dann nicht selten mehrere Monate oder sogar Jahre dauert, bis ein Scheidungsbeschluss gefasst wird, kann die Mediation zu einer sofortigen Entspannung der Lage führen. Die Trennung vom Partner wird dadurch im Idealfall stressfreier. Auch kann die anschließende Scheidung mit kühleren Köpfen durchgeführt werden.

Ablauf einer Mediation/Schlichtung bei Scheidung

In mehreren Schritten setzen sich die Parteien mit dem Mediator -/ Schlichter als neutralen Moderator zusammen und versuchen, eine Lösung zu finden, die den Interessen und Wünschen beider Seiten gerecht wird.

In einem kostenlosen Erstgespräch wird ein Mediations-/Schlichtungsvertrag abgeschlossen, der alle wesentlichen Inhalte der kommenden Sitzungen beinhaltet und auch das Honorar für den Mediator -/Schlichter festlegen kann.

Bestandteile eines solchen Vertrages sind meistens:

  • Zielsetzung
  • Erklärung der Freiwilligkeit, Eigenverantwortlichkeit und Kooperationsbereitschaft der Parteien
  • Einigung auf Pflichten, wie beispielsweise die Offenlegung der Vermögen oder das Ruhestellen laufender Gerichtsverfahren zwischen den Ehegatten
  • Klarstellung der Neutralität und Vertraulichkeit des Mediators/Schlichters. Er kann später nicht als Zeuge in einem Scheidungsverfahren herangezogen werden, kommt es doch zur streitigen Scheidung
  • Unterhaltsansprüche müssen geltend gemacht werden können. Etwaiger Zahlungsverzug muss festgestellt und nachgeholt werden

Unsere zertifizierten Mediatoren/Schlichter nehmen im Schnitt etwa 150 Euro Honorar in der Stunde. Bis zur Abschlussvereinbarung können zehn bis zwölf Arbeitsstunden anfallen.

Zu den Kosten der einzelnen Mediations-/Schlichtungstermine kommt am Ende der Mediation/Schlichtung noch die Notargebühr, wenn es darangeht, einen erarbeiteten Kompromiss in einer Scheidungsfolgenvereinbarung festzuhalten. Diese Gebühren berechnen sich nach dem Verfahrenswert und den Einkommensverhältnissen der Eheleute.

Konfliktherde und Interessen der Parteien sind Gegenstand der Mediation/ Schlichtung. In den ersten Terminen wird es darum gehen, die Konfliktbereiche genau zu lokalisieren und anschließend gemeinsam anzugehen. Während in einem Scheidungsverfahren vor Gericht nur juristische Fakten zählen, kommen in der Mediation/Schlichtung auch die Sorgen und Ängste der Partner zum Tragen.

So soll ein gegenseitiges Verständnis für die Situation des anderen geschaffen werden, was letztlich zur gemeinsamen Lösung führen kann.

Der Mediator/Schlichter hat also die Aufgabe, eine Struktur zu schaffen, die es ermöglicht, die Konfliktbereiche genau zu benennen und auch dahinterliegende tiefere Interessen aufzudecken. Dabei ist es stets von großer Bedeutung, dass beide Ehegatten ausführlich zu Wort kommen und ihren Standpunkt klarmachen können.

Nachdem alle Konfliktherde klar benannt und besprochen wurden, werden zunächst Lösungsmöglichkeiten zusammengetragen, ohne diese zu bewerten. Eine Gewichtung der Vorschläge geschieht in einem nächsten Schritt, nachdem alle Möglichkeiten ausgebreitet sind.

Dem Mediator/Schlichter fällt die Aufgabe zu, die Praxistauglichkeit als auch die Beantwortung von Rechts- und Sachfragen der verhandelten Ideen zu bewerten. Er hinterfragt kritisch und betrachtet die Situation neutral, um letztlich eine Lösung zu finden, die Bestand haben kann.

Haben die Parteien unter Führung des Mediators/Schlichters zu einer einvernehmlichen Lösung gefunden, werden alle wesentlichen Punkte in einer Abschlussvereinbarung festgehalten. Die Mediation/Schlichtung ist abgeschlossen.

Diese Vereinbarung kann Grundlage eines Ehevertrages sein, der in Form einer Scheidungsfolgenvereinbarung noch während der Trennung den Weg ebnet für eine einvernehmliche Ehescheidung. Diese ist notariell zu beurkunden.

Vorteile der Scheidungsmediation/Schlichtung

Die Scheidungsparteien finden einen Weg aus der Ehe, ohne einen langwierigen Rosenkrieg zu führen. Davon profitieren die Nerven der Ehepartner und der Kinder.

Auch lassen sich so Kosten einsparen, da ein Scheidungsverfahren mitsamt unzähliger Anträge zu Folgesachen sehr lange dauern und sehr teuer werden kann.

Haben sich die zu Scheidenden geeinigt, kann überdies ein einziger Scheidungsanwalt ausreichen, um die Scheidung einzureichen und durch den Prozess zu begleiten. Die Anwaltskosten können geteilt werden.

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