DGFP fordert bessere Rahmenbedingungen

Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) braucht die Integration Geflüchteter in Unternehmen hierzulande bessere Rahmenbedingungen. In einem aktuellen Standpunktpapier weisen Personaler aus dem DGFP-Netzwerk darauf hin, in welchen Bereichen besonderer Handlungsbedarf besteht.

Im letzten Jahr führte die Bundesregierung bei der Integration Geflüchteter Erleichterungen ein, etwa hinsichtlich der teilweisen Aussetzung der Vorrangprüfung. Doch weitere Anpassungen des gesetzlichen Rahmens ließen, so die DGFP, auf sich warten, auch wenn man sich einig sei, dass ein schneller Einstieg in Ausbildung oder Arbeit für Geflüchtete erfolgsentscheidend ist.

Hier sind Politik und Verwaltung gefragt, um die Eingliederung von Geflüchteten in den betrieblichen Alltag weiter zu erleichtern, sagt Katharina Heuer, Vorsitzende der DGFP-Geschäftsführung.

Nun hat die DGFP ein Standpunktpapier mit insgesamt 21 Forderungen formuliert unter dem Titel "Hürden abbauen: Die Integration Geflüchteter in den betrieblichen Alltag erleichtern!". Die Forderungen wurden im Rahmen eines mehrstufigen Dialogprozesses formuliert, an dem zahlreiche DGFP-Mitgliedsunternehmen verschiedener Branchen und Größen beteiligt waren, so dass das Papier die Erfahrungen aus der betrieblichen Praxis widerspiegelt. In fünf Bereichen sehen die HR-Experten den größten Handlungsbedarf.

Erleichterung des Zugangs zum Arbeitsmarkt: Hier fordert der DGFP unter anderem, die Vorrangprüfung vollständig abzuschaffen und - damit verbunden - Hürden beim Zugang zur Zeitarbeit zu beseitigen.

Erhöhung der Planungssicherheit für Geflüchtete und Unternehmen: Laut Positionspapier gilt es zum Beispiel, Abschiebungen während einer Qualifizierungsmaßnahme auszusetzen oder auch Regelungen über die Bundesländer hinweg zu vereinheitlichen.

Stärkung der Sprachkompetenz als Schlüssel für die Integration in den Arbeitsmarkt: Hier lautet die Forderung, einen schnelleren Zugang zu Sprach-und Integrationskursen zu ermöglichen und Fördermöglichkeiten für diese Kurse auszuweiten.

Gezielte Unterstützung Geflüchteter beim Start ins Berufsleben: Aus Sicht der Personaler müssen Geflüchtete besser über den Arbeitsalltag in Deutschland informiert werden. Aber auch frühzeitige und praxisnahe Kompetenzfeststellungsverfahren seien ein wichtiger Aspekt.

Anpassung und Erleichterung betrieblicher Integrationsmaßnahmen: Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente für Flüchtlinge sind laut dem Standpunktpapier an einigen Stellen zu starr und ungeeignet für spezifische betriebliche Belange. Darüber hinaus sei auch die Anerkennung betrieblich organisierter modularer Qualifizierungen sinnvoll.

Veröffentlicht am: 03.08.2017